Künstliche Intelligenz ist längst Teil des Arbeitsalltags. Ob Texterstellung, Analyse oder Recherche: Viele Mitarbeitende nutzen bereits KI‑Tools – häufig schneller, als Geschäftsleitung oder IT es mitbekommen.
Das eigentliche Risiko liegt dabei nicht in der KI selbst, sondern in ihrem unkontrollierten, intransparenten Einsatz.
Und das betrifft jede Branche – nicht nur IT‑Unternehmen.
Schatten‑KI: Wenn Verbote das Problem verschärfen
Ein pauschales Verbot von KI‑Tools klingt zunächst sicher, funktioniert in der Praxis aber selten.
Stattdessen entsteht häufig sogenannte Schatten‑KI: Mitarbeitende greifen auf frei verfügbare KI‑Anwendungen zurück – ohne Freigabe, ohne Kontrolle und oft mit sensiblen Unternehmensdaten.
Die Folgen:
- fehlende Transparenz über Datenflüsse
- erhöhtes Risiko für Datenschutzverstöße
- ungewollte Offenlegung vertraulicher Informationen
- neue Angriffsflächen für Cyberangriffe
- Haftungs‑ und Reputationsrisiken durch ungeprüfte KI‑Ergebnisse
Kurz gesagt: KI ohne Regeln ist ein Sicherheitsrisiko.


KI‑Einführung ist Chefsache
Der richtige Umgang mit KI beginnt auf Führungsebene. Ohne klare Vorgaben steigt die Wahrscheinlichkeit von Fehlanwendungen und Datenverlust erheblich.
Schritt 1: KI‑Tools sorgfältig auswählen und bewerten
Bevor KI‑Tools eingesetzt werden, sollten sie fachlich, technisch und rechtlich bewertet werden:
- Cloud, lokal oder Microsoft‑Ökosystem?
- Wo werden Daten verarbeitet?
- Welche Sicherheitsmechanismen gibt es?
- Sind Auftragsverarbeitung, Verträge und Trainingszwecke geregelt?
Wichtig: IT, Datenschutz, Rechtsabteilung und Fachbereiche frühzeitig einbeziehen.
Erst danach sollte eine Freigabe erfolgen.
Schritt 2: Klare Regeln schaffen – die KI‑Richtlinie
Eine interne KI‑Richtlinie definiert:
- welche KI‑Tools erlaubt sind
- welche Daten nicht verarbeitet werden dürfen
- dass KI‑Ergebnisse nicht ungeprüft übernommen werden dürfen
Die Richtlinie sollte für alle Bereiche verbindlich sein und bereits im Onboarding gelten.
Schritt 3: Mitarbeitende sensibilisieren
Regelmäßige, praxisnahe Schulungen sind entscheidend, um Fehlanwendungen zu vermeiden und Sicherheit zu schaffen. Gut zu wissen: Kurze Online‑Trainings zum sicheren KI‑Einsatz lassen sich effizient in den Arbeitsalltag integrieren und erhöhen die Akzeptanz deutlich.
Datenschutz‑Folgenabschätzung (DSFA): Wann ist sie Pflicht?
Sobald KI‑Systeme zur Bewertung, Profilbildung oder Entscheidungsfindung eingesetzt werden – etwa im Personal‑ oder Kundenumfeld – kann eine Datenschutz‑Folgenabschätzung (DSFA) erforderlich sein.
Typische Beispiele:
- KI‑gestützte Bewerbungsbewertung
- Profilbildung auf Basis von Kundendaten
Ziel der DSFA ist es, Risiken für Betroffene zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen.
Wer führt eine DSFA durch?
Die Risikobewertung liegt beim Datenschutzbeauftragten. Er begleitet die Analyse, stellt die DSGVO‑Konformität sicher und schützt die Rechte der Betroffenen.
Orientierungshilfen von Behörden und Verbänden
Für Unternehmen gibt es klare Leitlinien, u. a. von:
IHK: KI sicher im Unternehmen einsetzen
- Datenschutzkonferenz (DSK): Orientierungshilfe KI
- BfDI: KI‑Einsatz in Behörden (gut übertragbar auf Unternehmen)
- Bitkom: Praxisleitfaden „Künstliche Intelligenz & Datenschutz“
- BSI: Sichere generative KI & sichere KI‑Systeme
Aktueller Hinweis: Änderung bei Microsoft Copilot
❗ Wichtig: Beim KI‑Agenten Copilot müssen Unternehmen aktiv widersprechen, um eine Umgehung der EU‑Data‑Boundary bei hoher Auslastung zu verhindern.
👉 Details und die datenschutzrechtliche Einordnung finden Sie in unserem Beitrag zum
„Flex Routing bei Microsoft Copilot“.
Fazit: KI nutzen – aber strukturiert und sicher
KI bietet enorme Chancen. Doch ohne klare Regeln, Kontrolle und Sensibilisierung entsteht schnell ein Risiko für Datenschutz, IT‑Sicherheit und Reputation.
Unser Rat: Starten Sie strukturiert, schaffen Sie Transparenz – und nehmen Sie Ihre Mitarbeitenden mit.
Unsere Datenschutzbeauftragten begleiten Unternehmen von der Bewertung geeigneter KI‑Anwendungen über die Prüfung der DSFA‑Pflicht bis hin zur Erstellung klarer KI‑Richtlinien und der Sensibilisierung von Mitarbeitenden durch praxisnahe Schulungen.
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