Julia Richter, fly-tech

„Digital Jetzt“ für den Mittelstand

Julia Richter, Förderexpertin bei fly-tech erklärt, welche Unternehmen im Rahmen des Förderprogramms „Digital Jetzt“ wie gefördert werden können und worauf bei der Antragstellung zu achten ist.

Bis zu 50.000 Euro für Einzelunternehmen. Im Netzwerk sogar bis zu 100.000 Euro. Das neue Förderprogramm „Digital Jetzt“ des Bundeswirtschaftsministeriums ermöglicht mittelständischen Unternehmen, Digitalprojekte mit erheblichen finanziellen Zuschüssen umzusetzen. „Ob weg vom alten Server und rein in die Cloud, die digitale Modernisierung des Besprechungsraums oder die längst geplante Schulung der Mitarbeiter zum Thema IT-Sicherheit und Datenschutz. Jedes Projekt hin zur digitalen Transformation, das Unternehmen zukunftsfähig macht, ist förderfähig“, erklärt Julia Richter, Expertin für Förderthemen bei fly-tech zu Digital Jetzt. Bis 2023 stellt der Bund insgesamt 203 Millionen Euro in Aussicht. 2020 stehen noch 40 Millionen Euro zur Auszahlung bereit. „Aufgrund der begrenzten Fördermittel raten wir Unternehmen, nicht zu lange zu zögern“, sagt Julia Richter. Zumal auf der Website die Anträge am 1. eines Monats immer nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stünden.

Wer bekommt die Förderung im Rahmen von „Digital Jetzt“?

„Digital Jetzt ist ein echtes Mittelstandsprogramm“, sagt Julia Richter. Unternehmen von 3 bis 499 Mitarbeiter können Fördermittel erhalten. Gefördert wird in zwei Modulen: „Investitionen in digitale Technologien“ umfasst das Modul 1. Modul 2 fördert Investitionen in die Qualifizierung der Beschäftigten zu Digitalthemen. „Zu beachten ist aber“, so die Förderexpertin, „dass im Modul 1 keine Standard-Hard- und Software – also die Grundausstattung für jeden Arbeitsplatz – und keine Ersatz- oder Routineinvestitionen vorgesehen sind. Es muss sich um eine Investition handeln, die das Unternehmen tatsächlich digital nach vorne bringt.“

Einzelunternehmen profitieren von bis zu 50.000 Euro. Unternehmen im Netzwerk können sich bis zu 100.000 Euro sichern. „Ein Beispiel für so ein Netzwerk sind Zulieferbetriebe, die alle für den gleichen Autobauer tätig sind. Wenn sie ihre Zusammenarbeit digitalisieren wollen, können sie einen Antrag im Netzwerk stellen“, erklärt Julia Richter. Es kommt nicht darauf an, dass das Unternehmen seinen Hauptsitz in Deutschland hat. Eine Niederlassung reicht. Allerdings muss die Investition am deutschen Standort erfolgen.

Von der Förderung ausgenommen sind Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung, gemeinnützige Unternehmen, Unternehmen des öffentlichen Rechts und Religionsgemeinschaften sowie deren Beteiligungen, Unternehmen in Gründung, Vereine, Stiftungen sowie insolvente Unternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten.

Wie hoch ist die Förderung bei „Digital Jetzt“?

Die minimale Fördersumme beträgt 17.000 Euro in Modul 1 und 3.000 Euro in Modul 2. „Heißt: Die Investition muss so groß sein, dass am Ende 17.000 Euro Fördergeld auf dem Konto des Unternehmens landen können“, erklärt Julia Richter. Die Förderquote ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Bei Anträgen bis 30. Juni 2021 gelten für alle um 10 Prozent höhere Förderquoten. Ab 1. Juli 2021 die ursprünglich vorgesehenen (in Klammern):

Bis 50 Beschäftigte: bis zu 50 (40) %

Bis 250 Beschäftigte: bis zu 45 (35) %

Bis 499 Beschäftigte: bis zu 40 (30) %

Wie wird der Antrag eingereicht?

„Eins vorweg: Kein Unternehmer sollte sich die Chance auf Förderung entgehen lassen, nur weil die Antragstellung auf den ersten Blick kompliziert ist“, betont Julia Richter. Denn auch, wenn die Unternehmer den Antrag selbst einreichen müssen, so lässt sich alles gut vorbereiten. „Basis des Antrags ist der Digitalisierungsplan“, erklärt die Förderexpertin. „Er beschreibt genau das Vorhaben, die Art und Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen und den aktuellen Qualifizierungsstand. Außerdem soll er aufzeigen, wie das Unternehmen durch die Digitalisierungsmaßnahme effizienter werden soll.“ Da hier der Teufel im Detail liegt, empfiehlt es sich für diesen Schritt einen Digitalprofi zur Seite zu holen. Doch auch hier lässt sich mit Fördergeldern die Investition erleichtern: „Die Beratungsleistung, die hinter der Erstellung des Digitalisierungsplans steckt, kann über das Programm go-digital gefördert werden“, sagt Julia Richter.

Neben dem Digitalisierungsplan sind außerdem die De-minimis-Erklärung, in der gegebenenfalls bereits erhaltene Fördergelder ausgewiesen werden müssen, und ein Beispielangebot für die Investition hochzuladen. Nach der Bewilligung kann das Unternehmen in die Umsetzung gehen. „Zusammengefasst ist Digital Jetzt eine echte Erleichterung für den Mittelstand und wird sicherlich maßgeblich dazu beitragen, dass Deutschland in Sachen Digitale Transformation einen guten Schritt nach vorne machen wird“, fasst fly-tech Förderexpertin Julia Richter zusammen.

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